Alle Arbeiten für dieses Jahr erledigt …

Das Schöne vorneweg: Alle Völker leben noch! Mein Imkervater meinte irgendwann einmal zu mir: „Alles was bis Weihnachten noch lebt, kommt auch in den Frühling … “ also bin ich guter Hoffnung, auch den größten Teil meiner Völker im März oder April auszuwintern.

Honigbienen im September
Bienen im September

In der vergangen Woche habe ich nun die Winterbehandlung der Bienen gegen Varroa durchgeführt. Wie im letzten Winter wurde Oxalsäure geträufelt … für mich die vernünftigste und effizienteste Art der Winterbehandlung. Man erreicht auch in milden Wintern, wenn die Bienen nicht aus der Brut gehen, die meisten Milben … mehr dazu gab es im Bienenjournal: OXALSÄURE: SO WIRKT SIE AUCH IN MILDEN WINTERN Im Internet findet man auch viele Versuche mit verdampfter Oxalsäure oder Imker die Milchsäure empfehlen.

Dazu folgende Gedanken: Oxalsäure verdampfen scheint gute Ergebnisse zu erzielen, auch, wenn diese Behandlung in Deutschland noch nicht zugelassen ist. Allerdings sind aus meiner Sicht die Risiken und vor allem auch der Aufwand enorm. Ich benötige bis zu 5 Minuten pro Volk für die Behandlung, kann nur sehr wenige Völker parallel behandeln (Kosten für Verdampfer) oder habe ein großes Risiko (Verdampfen mit Teelicht). Dazu kommt, dass des Risiko besteht die giftigen Dämpfe einzuatmen. … Fazit: Bei sehr wenigen Völkern mag dies einsetzbar sein … aber schon bei 10-20 Völkern ist Verdampfen nicht mehr effizient. Milchsäure ist das mildeste Mittel zu Behandlung der Völker … ich bevorzuge Milchsäure & die totale Brutentnahme für die Varroabehandlung meine Ableger im Sommer. Es gibt einfach kaum Verluste, die Bienen werden nicht vergiftet und die totale Brutentnahme (die Waben werden in einer Brutscheune gesammelt – nicht entsorgt) imitiert den natürlichen Schwarmvorgang. Allerdings gibt es im Winter für mich mehrere Nachteile: 1. Ich benötige auch sehr viel Zeit pro Volk, da jede bienenbesetzte Wabe gezogen werden muss … vor allem aber muss ich 2. das Volk sehr lange öffnen und reiße das Brutnest im Winter auseinander. Was im Sommer auch störend wirkt, aber von den Bienen leicht kompensiert werden kann, halte ich im Winter bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt für nicht so gut …  das Brutnest kühlt aus und muss aufwändig wieder aufgeheizt werden, Brut verkühlt, die von den Bienen geschaffenen Abdichtungen zwischen den Waben, den Rähmchen, dem Deckel etc. werden zerstört und die wichtige Nestluft entweicht und ich muss mit der Milchsäure alle Bienen benetzten, d.h. ich bringe jede Menge Feuchtigkeit in das Volk, die im Winter ggf. nur schwer wieder entweichen kann. … daher ist auch diese Methode für mich im Winter weder bienenfreundlich, noch effizient.

Leider ist und bleibt das Träufeln von Oxalsäure für mich die beste Wahl, denn Nicht-Behandeln bedeutet die Bienen noch stärker zu belasten und noch größeren Varroa-Schäden auszusetzen.

Warrebeute
Die erste selbst gebaute Warrebeute

Für dieses Jahr, ist meine Arbeit an den Völkern jedenfalls erledigt … nun warte ich sehnlich auf Ende Feburar/Anfang März und den Beginn der Sal-Weiden-Blüte. Bei der ersten kurzen Durchsicht wird dann nur das Futter kontrolliert und die ersten Völker ggf. schon erweitert und die Bienensaison beginnt wieder.

Nun stehen für die ruhigeren Tage noch ein paar Bauprojekte an. So möchte ich mir noch mind. eine Warrebeute, eine Topbar-Hive und evt. eine Trogbeute bauen … vlt. meinen Dampfwachsschmelzer neu bauen … dann müssen noch ein paar Rähmchen vorbereitet werden. Da ich ja vollständig auf Naturbau umsteigen möchte, muss ich mir noch eine Vorrichtung bauen, um die Wachsspur an den Oberträgern leicht und schnell aufzutragen und dies dann bei allen frischen Rähmchen und Oberträgern vorbereiten. Ich werde also die Zeit bis zur Sal-Weiden-Blüte gut voll bekommen …

Bienen-Fotos

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