Bericht vom 22. Landesimkertag in Paaren-Glien

Bienen-Baumann mit seinem Stand
Bienen-Baumann mit seinem Stand

Das war er nun, mein erster Landesimkertag. Ich war sehr gespannt, was mich erwartet … ich war leider etwas zu spät, so dass – als ich ankam – die Veranstaltung bereits begonnen hatte. Wie erwartet war der Saal voll … 90% Männer, davon 2/3 gehobneren Alters. Aber auch etliche Menschen meiner Generation und jünger.

Als ich ankam, hatte der Vortrag zum Thema: „Amerikanische Faulbrut“ – gehalten von Guido Eich vom Laves, bereits begonnen. Der Vortrag sollte eine Abstimmung über ein eigenes „Seuchenmobil“ des Landesverbandes einleiten. Herr Eich stellte die Möglichkeiten der Faulbrutsanierung dar, was es zu bedenken gilt, wie man dies organisieren kann. An vielen Beispielen – auch als Video – konnte man sehen, wie eine Desinfektionsstrasse aufgebaut wird, wie eine Faulbrutsanierung aussieht … aber auch, dass sie möglich und sehr viel erfolgreicher als das Abtöten der Bienen ist. Gerade diese Beispiele aus der Praxis haben mir sehr gut gefallen. Wichtig war ihm auch mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass es faule Imker sind oder schwache Völker die für die Faulbrut verantwortlich sind … im Gegenteil, es sind die stärksten Völker die oft überall sammeln und räubern und so leider irgendwann die Schwelle der Kontamination überschreiten und krank werden … Er betont aber auch, dass es wichtig ist die Amtstierärzte abzuholen und auszubilden, viel zu oft wissen sie zu wenig über Bienen allgemein und die Faulbrut im Speziellen – so erscheint es vielen einfacher und sicherer die Bienen zu töten und die Beuten zu verbrennen, als eine fachgerechte Sanierung durchzuführen. Hoffen wir, dass mit dem im Anschluß an diesen Vortrag beschlossenen Seuchenmobil die organisatorischen Grundlagen geschaffen wurden, um in Zukunft die Bienen zu sanieren, anstatt sie zu „keulen“ … dann folgte Verbandskleinklein … da hatte dieser nicht bezahlt und jener fühlte sich ungerecht behandelt – ok, so etwas ist wohl unvermeidlich und gehört zu Vereins- / Verbandsarbeit wohl dazu.

Dann gab es noch das Grußwort vom Bauernverband und vom D.I.B. … hm, muss wohl so sein. 😉 Das der Chef vom Bauernverband dabei war und seine Worte, lassen aber zumindest hoffen, dass Bauern und Imker in Zukunft besser und enger zusammen arbeiten …

Spannend wurde es wieder beim Vortrag von Prof. Randolf Menzel von der FU Berlin zum Thema: „Mit Bienen für mehr natürliche Umwelt. Bienen: Betroffene und Verbündete.“ … es war ein sehr guter Vortrag – tief und wissenschaftlich, dabei aber anschaulich genug, um nicht den halben Saal abzuhängen.

Neben der Wirkungsweise der Neonicotinoide, die ich aus anderen Publikationen schon kannte, war es erhellend und erschreckend zugleich, welch minimale Mengen von Pestiziden, massive Wirkungen auf die Insektenwelt haben … und wie viel im Vergleich dazu auf den Feldern verteilt wird, ins Grundwasser ausgespült und dann in die Flüsse und Seen geleitet wird … und wie gefährlich es ist, dass diese Stoffe so stabil sind, dass sie wochen- und monatelang in den Blüten und vor allem im Boden wirken.

Leider wurde die anschließende Fragerunde mit er Eröffnung des Mittagstisches eingeleitet, so dass die Hälfte der Leute erst mal den Sal verlassen hat … dann kam nicht mehr wirklich eine große Diskussion zustande.

Sonst war leider nicht ganz so viel los … nur zwei Stände: Einmal Bienen-Baumann aus Ludwigsfelde mit einer breiten Palette an Zubehör und ein zweiter Stand, bei dem ich aber nicht sofort erkennen konnte, was da angeboten wurde … hier hätte ich mir sehr viel mehr erhofft. Das Gelände ist riesig – hier hätte man viel, sehr viel mehr für die Imker und vor allem interessierte Noch-Nicht- oder Jungimker organisieren können. Ob Vorträge, eine kleine Ausstellung, ein Talk über gute imkerliche Praxis oder auch einfach nur Stände, wo man sich Zubehör mal anschauen oder Neuigkeiten vorführen lassen kann  … etwas mehr Entertainment hätte dem Imkertag gut getan. So war es sehr stark auf die Verbandsarbeit fokussiert … Interessierte Menschen fanden wenig und für die beiden Vorträge lohnte eine Anfahrt leider nicht wirklich.

Mein Fazit ist trotzdem positiv ==> ich konnte einige sehr nette Menschen treffen, bzw. wieder treffen und konnte aus beiden Vorträgen doch einiges mitnehmen – perfekt wäre es mit mehr Rahmenprogramm und Entertainment rund um das – wohl notwendige – Verbandskleinklein.

Mal sehen, ob ich im kommenden Jahr wieder dabei bin. 😉

Vortrag auf dem Imkertag
Vortrag auf dem Imkertag
Bienen-Baumann mit seinem Stand
Bienen-Baumann mit seinem Stand

 

 

 

Bienen-Fotos

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