Bienen nicht mit Honig füttern

Die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Berliner Bezirks Steglitz-Zehlendorf rät in seiner Pressemitteilung vom 14.08.2015 davon ab, Bienen mit Honig zu füttern: „Gerade im Spätsommer benötigen Honigbienen viel zuckerhaltige Futtermittel, um sich einen Wintervorrat für die kalte Jahreszeit anzulegen. Dabei nehmen sie gerne süße Lebensmittel oder auch Honig auf. Viele Menschen wollen den Bienen beim Sammeln der Vorräte helfen und füttern sie mit gekauftem Honig. Dieses Verhalten ist vordergründig verständlich, jedoch sehr problematisch für die Bienen. Viele der im normalen Lebensmitteleinzelhandel erworbenen Honigsorten (insbesondere Importhonig) können mit spezifisch für Bienen gefährlichen Krankheitserregern kontaminiert sein. Daher wird dringend vom Füttern mit Honig abgeraten.“ (Quelle)

Welche Krankheitserreger sind gemeint & wie kommen sie in den Honig? 

In Südamerika grassiert die Amerikanische Faulbrut (AFB), diese Krankheit kann eine Epedemie auslösen und wird durch Verflug, Räuberei der Bienen und auch den Imker, der Waben zwischen den Völkern tauscht, übertragen. In Deutschland werden Bienenvölker die mit AFB verseucht sind durch den Amtstierarzt meistens abgetötet und oft die Beuten, immer jedoch das Wabenwerk und die Rähmchen, vernichtet, um die weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Gleichzeitig werden s.g. Faulbrutsperrbezirke errichtet, in die keine Bienenvölker einwandern und aus denen Bienen nicht auswandern dürfen.

In anderen Teilen der Welt sieht dies oft anders aus – Kontrollen fehlen und die Großimker nutzen betroffene Völker so lange es irgend geht. So finden sich oft mit Sporen der Amerikanischen Faulbrut verseuchte Honige im Handel. Da diese Sporen für den Menschen ungefährlich sind, ist der Verkauf der Honige erlaubt.

Zu erkennen sind diese Honige am Aufdruck: „Mischung von Honig aus EG-Ländern und Nicht-EG-Ländern“. Auch Bio-Honige und Honige mit Öko-Zertifikaten bestehen oft aus Mischhonig und ist damit potentiell verseucht.

Wie sauberen Honig erkennen – wo Honig kaufen?

Wenn Sie sicher sein wollen, Honig ohne Faulbrutsporen zu kaufen, gehen Sie zu einem Imker in ihrer Gegend und kaufen dort – alternativ achten Sie beim Kauf auf den Aufdruck: „Deutscher Honig“. Wenn Sie diesen Aufdruck sehen, können Sie sicher sein, dass nur Honige aus Deutschland abgefüllt wurden, die der deutschen Honigverordnung entsprechen. Zu 100% sicher können sie jedoch auch hier nicht sein, denn obwohl viele Imker regelmäßig ihre Völker überprüfen lassen, gibt es ab und an Fälle von Faulbrut und ggf. damit auch Sporen im Honig. Die Kontrollen sich jedoch um ein Vielfaches strenger. Sind sie bei einem Imker fragen sie ihn nach einem Gesundheitszeugnis, würde dies für den aktuell im Verkauf befindlichen Honig ausgestellt, haben Sie die größtmögliche Sicherheit sauberen Honig zu erwerben.

Bienen-Fotos

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