Sortenhonig

Was Bienenhonig ist wissen wir jetzt, worauf wir beim Kauf von Honig achten müssen auch… und dabei fiel immer wieder Wort Sortenhonig. Was ist das genau?

Was sind Sortenhonige?

Was Honig ist, wie er verarbeitet und deklariert werden muss und Vieles mehr ist gesetzlich in der Honigverordnung geregelt, die sich jeder im Internet anschauen kann. Darin heißt es in §3, Absatz 3:  „Die in Anlage 1 genannten Bezeichnungen können […] ergänzt werden durch Angaben […] zur Herkunft aus Blüten oder lebenden Pflanzenteilen, wenn der Honig vollständig oder überwiegend den genannten Blüten oder Pflanzen entstammt und die entsprechenden organoleptischen, physikalisch-chemischen und mikroskopischen Merkmale aufweist …“ in Anlage 1 finden sich dann un Abschnitt II Honigarten: „Nach Herkunft, Gewinnungsart, Angebotsform oder Zweckbestimmung werden folgende Honigarten unterschieden:

Verkehrsbezeichnung Begriffsbestimmung
1. Blütenhonig oder Nektarhonig vollständig oder überwiegend aus dem Nektar von Pflanzen stammender Honig
2. Honigtauhonig Honig, der vollständig oder überwiegend aus auf lebenden Pflanzenteilen befindlichen Exkreten von an Pflanzen saugenden Insekten (Hemiptera) oder aus Sekreten lebender Pflanzenteile stammt
3. Wabenhonig oder Scheibenhonig von Bienen in den gedeckelten, brutfreien Zellen der von ihnen frisch gebauten Honigwaben oder in Honigwaben aus feinen, ausschließlich aus Bienenwachs hergestellten gewaffelten Wachsblättern gespeicherter Honig, der in ganzen oder geteilten Waben gehandelt wird
4. Honig mit Wabenteilen oder Wabenstücke in Honig Honig, der ein oder mehrere Stücke Wabenhonig enthält
5. Tropfhonig durch Austropfen der entdeckelten, brutfreien Waben gewonnener Honig
6. Schleuderhonig durch Schleudern der entdeckelten, brutfreien Waben gewonnener Honig
7. Presshonig durch Pressen der brutfreien Waben ohne oder mit Erwärmung auf höchstens 45 Grad C gewonnener Honig
8. gefilterter Honig Honig, der gewonnen wird, indem anorganische oder organische Fremdstoffe so entzogen werden, dass Pollen in erheblichem Maße entfernt werden
9. Backhonig Honig, der für industrielle Zwecke oder als Zutat für andere Lebensmittel, die anschließend verarbeitet werden, geeignet ist

Hier finden sich also noch keine der bekannten Honigsorten … es kann aber die Bezeichnung Blütenhonig – wie oben dargestellt – ergänzt werden, um die genaue Herkunft. Also bspw. Raps …  Haben die Bienen also neben einem blühenden Rapsfeld gestanden, ist davon auszugehen, dass sie auch nur oder überwiegend Rapsblüten besucht haben. Man spricht dann von einem „sortenreinen“ Blütenhonig oder verkürzt Sortenhonig.  Um dem Gesetzt genüge zu tun, müsste es also heißen: Blütenhonig aus Raps, „wenn der Honig vollständig oder überwiegend den genannten Blüten oder Pflanzen entstammt und die entsprechenden organoleptischen, physikalisch-chemischen und mikroskopischen Merkmale aufweist …“ 🙂 Das Gleiche gilt natürlich bei einem Wald- oder Tannenhonig.

Da die Bienen – um beim Beispiel Rapshonig zu bleiben – nebenbei ggf. auch ein wenig Löwenzahn sammeln, fordert der Gesetztgeber keine 100%ige Reinheit sondern – wie schon 2x zitiert – daß der Honig „überwiegend den genannten Blüten oder Pflanzen entstammt und die entsprechenden organoleptischen, physikalisch-chemischen und mikroskopischen Merkmale aufweist…“ Der Deutsche Imkerbund empfiehlt in seinen Schulungen, erst bei einem Anteil von mind. 60% einer Honigsorte und wenn der Honig die definierten organoleptischen Merkmale (Farbe, Geruch, Geschmack und Konsitenz/Struktur) erfüllt, von einem Sortenhonig zu sprechen.

Die Merkmale sind im Kommentar zur Honigverordnung definiert. Im Kommentar finden sich:

  • Akazienblütenhonig (Robinienblütenhonig)
  • Heidehonige darunter fallen Honig von Calluna (Besenheide) und Erica
  • Kleeblütenhonig
  • Orangenblütenhonig
  • Rapsblütenhonig
  • Sonnenblumenblütenhonig
  • Eukalyptushonig
  • Kastanienhonig/Edelkastanienhonig
  • Lindenhonig und
  • Honigtauhonige, darunter fallen: Pinienhonigtauhonig & Tannenhonigtauhonig

Unter dem Sortennamen „Waldhonig“ müssen sich Honigtauhonige verbergen, die vollständig von Pflanzen aus Wäldern stammen. Parkanlagen in städtischen Umgebungen gelten nicht als Wald somit dürfen „Blatthonige“ die in bspw. in Berlin in manchen Jahren von den vielen Linden gewonnen werden, nicht als „Waldhonig“ deklariert werden.

Laut Kommentar zur HonigV sind Mischhonige aus Nektar und Honigtau erlaubt. Sie enthalten dann Nektar und Honigtau derselben botanischen Herkunft in variablen Anteilen. Ebenso gibt es Honige mit der Angabe von mehr als einer botanischen Herkunft. Es dürfen also „Raps-Klee-Honig oder Fichten- u. Tannenhonig in Verkehr gebracht werden, wenn der Honig von den Bienen in demselben Zeitraum und aus Trachtquellen desselben geografischen Ursprungs natürlich erzeugt wurde.“ (Quelle) Ebenso rät der D.I.B. bei Anteilen von mehr als 30% aber weniger als 60% die allgemeine, unspezifische Bezeichnung einer Honigsorte mit einer botanischen Sortenangabe zu kombinieren.  Die botanische Sortenbezeichnung ist dabei immer hinter die allgemeine Bezeichnung zu setzen- so sind „Blütenhonig mit Löwenzahn“ oder „Sommerhonig mit Linde“ verkehrsfähig.

Ebenso können Honige mit einer speziellen regionalen, territorialen oder topografischen Herkunftsangabe wie bspw. Gebirgsblütenhonig oder Bergblütenhonig versehen werden. Hier muss dann allerdings 100% des Honigs aus dem gleichen, klar bezeichneten Gebiet stammen.

Gut zu Wissen: Unter Wildblütenhonig versteht man Blütenhonig, der „vollständig vom Nektar nicht kultivierter Wildpflanzen stammt. Wildpflanzen sind dabei alle in dem Herkunftsgebiet vom Menschen nicht kultivierte Arten. Wildblütenhonig hat nicht den Charakter eines Sortenhonigs.“ (Quelle ebenda)

Soweit die gesetzlichen Maßgaben – einige wenige weitere Sortenhonige sind auf den Seiten des Imkerbundes definiert: Sortenhonige

Wichtig ist immer – es sollte drin sein, was drauf steht …

 

 

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