Propolis / Bienenkittharz

Propolis an einer Bienenbeute
Propolis an einer Bienenbeute
Neben Bienenhonig und Bienenwachs ist Propolis, wie das Bienenkittharz genannt wird, ein weiteres Produkt, dass die Bienen für uns produzieren.

Propolis kommt aus dem Griechischen von  „pro“ = „Vor“ und „Polis“ = „Stadt“ – Vorstadt, Vermutlich wurde das Bienenharz so genannt, weil es sehr oft an den Fluglöchern von Bienenstöcken zu finden ist. Die Bienen nutzen diese harzartige Masse u.a. um die Größe des Flugloches der Volksstärke anzupassen …

Das antibiotisch – also gegen Bakterien-  antiviral – gegen Viren – und antimykotosch – gegen Pilze- wirkende Propolis ist aber auch ein Teil der bieneneigenen Apotheke. Im Bienenstock herrscht im Bereich des Brutnestes eine Temperatur von etwa 35 Grad Celsius, bei einer hohen Luftfeute – ideale Bedingungen für eingeschleppte Krankheitserreger. Deshalb wird das gewonnene Baumharz verwendet, um die Aussenwände und jede kleine Ritze damit zu verschließen. Die Waben werden mit einem dünnen Überzug Propolis desinfiziert, aber auch infizierte Brut, die nicht entfernt werden kann, wird mit Propolis verschlossen oder verkapselt und konserviert.

Zusammensetzung von Propolis

Der Grundstoff von Propolis sind Baum- und Pflanzenharze, die von den Bienen in Deutschland hauptsächlich von Pappeln, Erlen, Kastanien, Ulmen, Birken sowie Kiefern und Fichten gesammelt werden. Dabei unterscheidet sich die Zusammensetzung des Propolis von Volk zu Volk und von Region zu Region. Propolis ist also nicht gleich Propolis. 😉

Die gesammelten Harze von Bäumen werden dann mit Pollen, Wachs, verschiedenen Ölen aus Blütenknospen und Speichelsekret angereichert und weiter verarbeitet, bis sich ein bei Stocktemperatur von > 30°C sehr klebriges, bei geringeren Temperaturen sehr zähes bis sprödes, Baumaterial ergibt, dass durch die Bienen weiterverarbeitet werden kann.

Laut Wikipedia und vielen anderen Webseiten ist Propolis „reich an Flavonoiden wie beispielsweise Chrysin, Galangin, Pinocembrin, Pinobanksinacetat, Prenylflavonoid, Isonymphaeol-B, Nymphaeol-A, Nymphaeol-B und Nymphaeol-C. Auch Gummi, Phenole (Zimtsäure, Cumarsäure, Kaffeesäure, Ferulasäure, Isoferulasäure) und deren Ester sowiePolysaccharide sind in Propolis enthalten.“ (Quelle: Wikipedia)

Verwendung von Propolis / gesundheitlicher Nutzen

Mumifizierung / Haltbarmachung mit Propolis

Schon im alten Ägypten wurde Propolis gewonnen und genutzt. Nachgewiesen ist die Verwendung bei der Einbalsamierung von Toten. Mit Hilfe von Propolis konnten die Mumien so konserviert werden, dass sie z.T. bis heute erhalten sind.

Unter BIO-Imkern sehr beliebt ist die Verwendung von Propolis zur Herstellung von Anstrichen für ihre Bienenbeuten. Die Lasur auf Basis von Propolis durchdringt das Holz und macht es haltbarer und widerstandsfähiger gegen Verrottung.

Verwendung von Propolis in der Haus- & Alternativmedizin

Hinweis: Dies ist keine gesundheitliche oder gar ärztliche Beratung – sollten Sie krank sein oder sich fühlen, suchen Sie bitte einen Arzt auf. Ich bin nur ein Imker, der die verschiedensten Quellen im Internet zusammen sucht und hier darstellt. Jegliche Anwendung von Propolis erfolgt auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung. Mit den folgenden Aussagen erfolgt keinerlei Heilversprechen. 

Seit langer Zeit wird Propolis aufgrund seiner antibiotischen, antiviralen und antifungiziden Wirkung in der Medizin verwendet. Anzunehmen ist, dass viele Urvölker, die Bienenhonig sammelten, auch um die Wirkung von Propolis wussten. Belegt ist aber, dass schon Aristoteles Propolis bei „Quetschungen und eitrigen Wunden“ empfiehlt. Für die äußerliche Anwendung wurde und wird es zu Tinkturen, Salben und Cremes verarbeitet, die auf Wunden aufgetragen werden und deren Abheilung unterstützen und beschleunigen sollen. Insbesondere in den vielen Kriegen der Menschenheitsgeschichte verwendeten Ärzte auf Propolis basierende Tinkturen und Salben, um die Wunden zu desinfizieren.

Wer sich mehr für die Geschichte von Propolis interessiert findet auf den Webseiten von „propolis-wirkt.de“ weitere interessante Hintergründe: Die Geschichte von Propolis sowie Karl Lund Aagaard – der Propolis-Pionier der Neuzeit

Doch Propolis kann wohl sehr viel mehr: Propolis kann  stärkend auf das Immunsystem wirken und wirkt so bei allen darauf basierenden Krankheiten vorbeugend, lindernd und oftmals auch heilend. Dies können Erkältungskrankheiten sein, Husten- & Halsschmerzen, Bronchitis, Entzündungen von Nasenschleimhaut, Nasenhöle oder Rachen. Durch die antivirale Wirkung kann sich Propolis sogar bei grippalen Infekten oder Herpes als sehr wirkungsvoll zeigen.

Auch bei Magen- und Darmerkrankungen, Blasen- und Nierenentzündungen und Hämorrhoiden kann eine Behandlung mit Propolispräparaten hilfreich sein.

Sogar in der Krebsforschung gibt es erste hoffnungsvolle Wirkungen wie gesundheit.de schreibt: „An der Universitätsklinik in Bochum haben Wissenschaftler entdeckt, dass es Substanzen im Propolis gibt, die wirksam bei Krebstherapien sein könnten. Im Magazin in vivo der Deutschen Krebshilfe (13.11. 2007) erklärt Prof. Dr. Peter Reusch von Ruhr-Universität Bochum, dass neben der antiviralen Wirkung nun auch nach einer antitumoralen Wirkung von Propolis gesucht werde. „… wir konnten Substanzen isolieren, die spezifisch das Wachstum von Tumorzellen, hier Neuroblastomzellen – ein „Kindertumor“, in ihrem Wachstum stark behindern.“ (Quelle: gesundheit.de)

Anwendung von Propolis

Propolis selbst anzuwenden und zu verarbeiten ist nicht schwer. Der oben schon verlinkte Karl Lund Aagaard hat bei Schnupfen Propolis im Mörser zerstoßen und dann mit heißem Wasser getrunken. Damit konnten aber nur einige der Wirkstoffe zu Geltung kommen, da die wenigsten Inhaltsstoffe wasserlöslich, die meisten jedoch in Alkohol löslich, sind. Aber auch ohne weitere Verarbeitung kann Propolis wirken.

Direkte Anwendung von Propolis

Wenn Sie ein kleines Stück Propolis in der Hand halten und kneten (ggf. Gummihandschuhe tragen!!), wird es durch die Reibungsenergie und die Wärme ihrer Hand irgendwann homogen und formbar. Formen Sie nun eine kleine Kugel, die Sie bspw. auf Warzen, kleine Verletzungen oder Stiche drücken und mit einem Pflaster sichern.

Herstellung Propolispulver
  1. mit Reibe: Formen und Kneten Sie Propolis in der Hand so lange, bis es eine homogene Masse ergibt, die kommt dann für eine Nacht ins Tiefkühlfach. Am nächsten Tag oder später kann das Propolis dann mit einer Reibe zu Pulver gerieben werden und bspw. in Salben Verwendung finden.
  2. mit Mörser, Kaffeemühle o.ä.: Legen Sie das Propolis für eine Nacht ins Tiefkühlfach und mörsern es dann sehr schnell klein, es kann ebenso eine saubere (!!) Kaffeemühle, Salzmühle o.ä. verwendet werden ==> Achten Sie bitte nur darauf, sehr schnell zu arbeiten, da das Propolis ansonsten zu warm und alles verkleben wird.
Herstellung einer Propolislösung

Wenn Propolis in Form von Stücken oder Pulver vorliegt, kann es einfach in trinkbarem Alkohol aufgelöst werden. Für eine 10%-Lösung füllen Sie bspw. 10 Gramm möglichst reines Propolis und 90 Gramm Alkohol in ein Gefäß, dass Sie eine Weile stehen lassen und gelegentlich schütteln, um den Inhalt gut zu vermischen. Um das Lösen der Inhaltsstoffe zu beschleunigen können Sie das Gemisch im Wasserbad auch bis auf 40°C erhitzen – nicht weiter, da sonst, wie bei Honig auch, die von den Bienen zugefügten Aminosäuren zerstört werden.

Ich persönlich setze Lösungen immer im Verhältnis von etwa 1:1 mit möglichst 96%igem Alkohol an, nachdem alles gelöst ist, wird die Lösung durch einen normalen Kaffeefilter gegossen, dabei gereinigt und dann abgefüllt … weiter unten findet sich auch ein entsprechende Video, in dem die Herstellung einer Propolislösung gezeigt wird.

Wenn Sie eine standardisiere Lösung benötigen, finden Sie im Internet auch Beispiele, wie Sie den Reinheitsgrad einer selbst hergestellten Lösung feststellen können. Ich benötige dies für mich persönlich nicht, sondern verdünne die Lösung bspw. für die äußerliche Anwendung mit Wasser. Damit behandle ich Risse, Stiche oder kleine Verletzungen der Haut. Durch den Alkohol brennt es zwar kurz, aber es wirkt sehr gut und der Alkohol desinfiziert zusätzlich. Diese Lösung tropfe ich auch in heiße Zitrone, Tee oder warme Milch, um sie innerlich aufzunehmen.

Diese Lösung ist dann die Basis für Propolis-Honig, Propolis-Öl oder Propolis-Salbe …

Herstellung Propolis-Pflaster

Erhitzen Sie vorsichtig Bienenwachs, bis es gerade geschmolzen ist (Achtung: NICHT Aufkochen lassen!!), rühren etwas Honig und Propolis (Pulver oder Lösung) ein und lassen die Masse abkühlen. Sie erhalten damit eine Paste, die sich gut für Umschläge oder Pflaster eignet und bei Abszessen, Verbrennungen u.ä. helfen kann. Üblicherweise kommen auf 100g Bienenwachs 20-30g Honig und 20-30g verdünnte (10%ige) Propolislösung. Sie können auch experimentieren und statt der Lösung Propolispulver verwenden. Ich ergänze das Rezept immer noch um etwas selbst hergestellten Ringelblumenextrakt  sowie Kokosöl, Butterschmalz (neudeutsch bzw. im Ayurveda heisst es dann Ghee) oder Sheabutter – je nachdem was ich zur Hand habe.

Der Übergang von einem Pflaster zu einer pflegenden Salbe hängt vom Anteil an Bienenwachs ab. Je mehr Wachs sie verwenden, desto pastöser bleibt die Menge und wirkt eher als Pflaster. Je mehr Öl oder Butterschmalz Sie verwenden und je weniger Wachs, desto mehr wird es eine einziehende fettende Salbe … 😉

Herstellung von Propolis-Kaugummi

Sie können die im Absatz Propolis-Pflaster hergestellte Masse auch in kleinen Stücken kauen, dies wirkt dann möglicherweise gegen Zahnfleischentzündungen, Paradontose und Mundgeruch.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten von Propolis

Für genauere Beschreibung der einzelnen Anwendungen, weitere Rezepturen und Ähnliches verweise ich auf spezialisierte Seiten im Internet, die von Ärzten oder Heilpraktikern betrieben werden. Aber wie oben schon gesagt: Wenn Sie ernsthaft krank sind – gehen Sie bitte zum Arzt – die Anwendung der hier aufgeführten Rezepte erfolgt auf eigene Verantwortung und eigenes Risiko und ohne jegliches Heilungsversprechen.

Propolis kaufen

Propolis beim Imker um die Ecke – buy local 😉

Wie alle Bienenprodukte, so plädieren wir auch bei Propolis dafür, diesen regional – beim Imker Ihres Vertrauens – zu erwerben. Viele Hobby-Imker haben Roh-Propolis und Propolisprodukte nicht offiziell im Angebot, weil es sich die Mengen, die gewonnen werden können kaum lohnen. Trotzdem können die meisten Imker Propolis abgeben … fragen Sie einfach nach. Regional gewonnenes Propolis hat wie – auch beim Bienenhonig und bei Pollen – mehrere Vorteile: 1. die Öko-Bilanz passt und es ist kein sinnloser Transport um die halbe Welt nötig, obwohl es das Produkt in mindestens der gleichen Qualität auch regional gibt. 2. Sie unterstützen die Imker in ihrer Region und sorgen damit aktiv für den Erhalt der Bestäuber und damit der reichhaltigen Natur um Sie herum 3. es ist ein Produkt aus der Natur die Sie umgibt und damit stellt es Sie viel besser auf Ihre Region ein, Sie nehmen Wirkstoffe, Pollen, Harze aus der Gegend in der Sie leben auf, und können sich dabei bspw. ganz aktiv desensibilisieren und Allergien reduzieren … und um auch ein wenig esotherisch zu sein: 4. es ist ein Produkt, dass mit der Energie augeladen ist aus der die Natur um Sie herum schöpft und dass die Verbindung zur Natur und Mutter Erde ihrer Region hat (das gilt aber für alle regional produzierten Produkte).

Propolis im Handel

Propolis muss man nicht beim regionalen Imker und Propolisprodukte müssen Sie natürlich nicht selbst herstellen, sondern können auf ein mittlerweile sehr umfangreiches Angebot in Propolis-Mitteln und Propolis-Kosmetikartikeln zurück greifen. Viele Imker haben Webseiten wie ich und hier finden Sie den ein oder anderen, der auch Propolis und selbst hergestellte oder zugekaufte Propolisprodukte anbietet.

Auch im stationären Handel gibt es natürlich mittlerweile Propolisprodukte zu kaufen. Die Webseite propolis-wirkt.de hat eine ganze Liste kaufbarer Propolis-Artikel zusammen gestellt: Propolis-Produkte im Handel auch die Google-Shopping-Suche liefert jede Menge Ergebnisse: Google Shopping Propolis

Propolisstücke

Gewinnung von Propolis

Die Bienen überziehen irgendwann fast alle Oberflächen mit Propolis und stopfen jeden noch so kleinen Spalt damit zu. Imker sind immer „sehr begeistert“, wenn die Rähmchen so festgebaut sind, dass sie sich nur mit viel Mühe lösen lassen.

Propolis ernten für den Eigengebrauch

Es ist jedoch sehr mühsam, dieses zu entnehmen. Für den Eigengebrauch genügt es, jedoch die Rähmchen abzukratzen und das Propolis zu sammeln. Wer ein paar Völker hat und das Propolis nur für den Eigenverbrauch oder gute Freunde benötigt, findet hier genügend … Ich habe unten ein Video des Spessart-Imkers eingestellt, in dem gezeigt wird, wie er Propolis erntet und verarbeitet.

Propolis professionell gewinnen

Wenn Imker Propolis in größeren Mengen gewinnen wollen, nutzen sie s.g. Propolisgitter. Dies sind Plastikgitter, deren Gitterabstand so gewählt ist, dass die Bienen versuchen, diese Zwischenräume nur mit Propolis, nicht jedoch mit Wachs zu verfüllen. Die Propolisgitter werden auf die Oberträger die Rähmchen, direkt in die Beuten gelegt. Haben die Bienen genügend Propolis verbaut, werden sie entnommen und eingefroren. Im gefrorenen Zustand ist das Propolis extrem spröde. Das Propolisgitter wird dann verdreht oder gebogen und die Splitter lösen sich vom Plastik, bzw. splittern ab.

Manche Imker selektieren zur Gewinnung von Propolis Völker, die besonders stark propolieren. Ein Bienenvolk kann pro Jahr zwischen 50 und 500 g Propolis einbringen – die einen mehr, die anderen weniger. Dies ist sowohl von der Rasse der Honigbienen wie auch vom Standort abhänig … aber es lohnt sich für den Imker besonders stark Propolis bildende Völker zu selektieren. Kann er aus 100 Völkern pro Jahr durchschnittlich 150gr Propolis gewinnen, sind dies immerhin 15kg, die er verkaufen oder weiter veredeln kann.

Videos zum Thema Propolis

Hier – wie oben angekündigt – das Video zur Gewinnung und Verarbeitung von Propolis zum Eigengebrauch: „Propolis – von der Ernte zur Tinktur“

Im folgenden Video ist gut erkennbar, wie professionell – mit einem Propolisgitter – gearbeitet wird:

Im ersten Video wurde auch erklärt, wie man eine Propolis-Tinktur herstellt. Daher hier noch ein Video, in dem erklärt wird, wie man Propolis-Salbe selber herstellen kann – also sprecht den Imker in eurer Nachbarschaft an, ob er euch etwas Propolis verkaufen kann. Hier zum Video: Propolissalbe selbst herstellen:

Jede Menge weitere Videos zum Thema Propolis finden Sie bei Youtube.

3 Kommentare

  1. Ich habe meinen propolis vor Jahren als Tinktur im 96%Alkohol eingesetzt, den habe ich noch bis heute .Meine Tinktur ist aber dunkel braun und wenn ich die im Glas mit Wasser verdünne ist das Glas nicht zu ausspülen.Ich habe sehr gute Erfahrung mit Propols gemacht schon vor 40 Jahren.

  2. Hi,
    könnte ich über Sie Rohpropolis beziehen. Was an den Rahmen abgekratzt wird
    enthällt auch etwas Wachs, was aber die Qualität nicht mindert. Da sollte der Rohpropolis etwas günstiger sein. Danke für Ihre Antwort.
    MfG
    Hans-Werner

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