Der Frühling naht: Jetzt etwas für die Wildbienen tun

Winterlinge geben als erste Nektar und Pollen

Schon mit einem kleinen Garten oder auch einem Balkon können Sie Hilfe für Wildbienen leisten. Viele Wildbienenarten, aber auch Schmetterlinge, Florfliegen und andere Insekten finden in unserer aufgeräumten Kulturlandschaft nicht mehr ausreichend Futter. Insbesondere auf dem Land mit seinen Monokulturen ist oft nach der Rapsernte schon Schluß. Keine Kornblumen, keine Ackerwinde und auch kein Klatschmohn finden sich mehr in ausreichender Zahl auf den intensiv bewirtschafteten Feldern. Dazu kommen die Belastungen durch Insektizide und das frühzeitige Mähen von Wiesen … so finden Wildbienen, Schmetterlinge und viele andere nützliche Insekten, in den Städten mittlerweile oft ein besseres und reichhaltigeres Angebot an pollen- und nektarspendenden Pflanzen.

Aber es reicht leider nicht, jedes Jahr gehen ganze Populationen der – geschätzt – etwa 500 Wildbienenarten in Deutschland verloren.

Helfen Sie mit und tun doch selbst etwas für unsere Wildbienen!!

Haben Sie einen Garten? Dann ist es relativ einfach. Lassen Sie ein paar Ecken ihres Gartens einfach verwildern. Lassen sie etwas Totholz liegen und vlt. einen kleinen Sand- oder Lehmhaufen, der bald von Wildbienen als Nistplatz genutzt wird. Lassen Sie Beikräuter – da wo sie nicht stören – doch einfach stehen. In meinem Garten finden sich wild gewachsene Malven, Schafgarben, Goldruten, Königskerzen, Kamille und viele weitere Pflanzen, die sich einfach angesiedelt haben und die ich in ungenutzten Ecken, unter Bäumen und Sträuchern und am Rand meines Rasens einfach stehen lasse. Bei der Auswahl der Gehölze, Sträucher, Stauden und Gewürze achte ich vor allem auf folgende Punkte: 1. ungefüllte Blüten! Nur aus den ursprünglichen Blütenformen können Bienen Pollen und Nektar gewissen. Bei gefüllten Blüten wurden durch züchterische Maßnahmen die Staubblätter zu Blütenblättern umgezüchtet. Somit ist oft nichts mehr da, dass Pollen liefern könnte und – liefert die Pflanze trotzdem noch Nektar – versperren die Blütenblätter den Weg zur Energiequelle. Deshalb wählen Sie bitte ungefüllte Blüten. 2. Früh- & Spätblüher bevorzugen: Besonders im Vorfrühling und Herbst ist das Angebot an Nektar und Pollen knapp. Deshalb sind Sträucher wie Haselnuss, Kornelkirsche und Salweide so wichtig, sie blühen bereits im Februar/März und liefern den Bienen ausreichend Kraft bis die Obst- und dann die Löwenzahnblüte einsetzt. Dann wird es ab Juli – wenn die meisten Bäume und Sträucher verblüht sind – wieder eng. Hier helfen Pflanzen die spät und lange blühen. Ich habe bspw. Malven und Sonnenblumen, Silber- & Königskerzen, Anemonen, Echinacea und Herbstzeitlose in meinem Garten. Es blühen dann noch Bäume wie meine „Immerblühende Mandelweide“ oder mein Bienenbaum … in manchen Gegenden finden sich noch große Bestände von Goldrute oder dem drüsigen Springkraut, die bis in den Herbst hinein Nektar und vor allem den für die Aufzucht der Nachkommen so wichtigen Pollen liefern. Auch den Efeu sollte man nicht vergessen – ältere, mind. 15 Jahre alte Pflanzen – gehen in einen adoleszenten Zustand über und fangen an zu blühen und werden damit im Herbst zu wahren Magneten für Insekten. 3. Pflanzenstengel bis ins Frühjahr stehen lassen: Viele Wildbienenarten bohren sich in die Stengel verblühter Pflanzen und legen dort ihr „Gelege“ an. Wenn wir nun die Stengel der verblühten Pflanzen schon im Spätherbst ausreißen, vernichten wir damit die Brut einiger Wildbienensorten. Deshalb stehen in meinem Garten – und dass ist das einzige wo ich es mal nicht so hübsch finde – viele Stengel vorjähriger verblühter Pflanzen.

Meine Salweide Anfang März

4. Ganz wichtig und eigentlich selbstverständlich: Pflanzen die Nektar und Pollen liefern auswählen! Viele Menschen haben z.B. Forsythien in ihrem Garten und wissen nicht, dass dies Sträucher zwar schön aussehen, den Bienen aber rein gar nichts liefern. Besser ist da bspw. eine Kornelkirsche. Auch viele Mohnsorten bringen unseren Insekten nichts. Informieren Sie sich auf den unzähligen Seiten im Internet über das Nektar- und Pollenangebot der gewünschten Pflanze. In Gärtnereien, Gartenmärkten und vielen Shops im Internet werden für Bienen wertvolle Pflanzen oft extra gekennzeichnet … Wenn nicht, fragen Sie.ruhig nach. 

Gute Pflanzen für Wildbienen sind aber beispielsweise auch Fetthenne, Hauswurz, Rainfarn und Ziest. Für Hummeln werden Rittersporn, Fingerhut und Salbei im Garten empfohlen. Lasse ich mein Kräuterbeet zur Blüte kommen, wird es auch von hunderten Insekten belagert. Hier finden sich Minze, Rosmarin, Koreander, Thymian, wilde Tagetes, verschiedene Salbeisorten, Lavendel, Ysop ….
Tagfalter mögen meine beiden Sommerflieder, die Winde (die meine Frau nicht mag) sowie viele ungefüllte Nelkenarten. Nachtfalter wiederum fliegen auf Nachtkerzen und Seifenkraut.

Haben Sie einen Balkon? Auch dann können Sie etwas tun! Meine Idee wäre zwei – drei Blumenkästen auf dem Balkon zu platzieren. In zwei Kästen wird eine einjährige, nicht zu hoch wachsende Wildblumenwiese oder Schmetterlingswiese eingesäht. Dies ergibt das ganze Jahr über schöne verschiedene Blüten die auch den Insekten etwas liefern. Den dritten Kasten würde ich dicht mit Kräutern bepflanzen. Diese liefern Ihnen Jahr für Jahr frische Kräuter für Speisen oder Tees und die Blüten liefern wertvollen Pollen für unsere Insekten. Beide Sorten Pflanzkästen benötigen nicht viel Pflege und vertragen auch direkte Sonne und zeitweilige Trockenheit sehr gut. Als Pflanzen bieten sich hier bspw. Thymian, Minze, Basilikum, Koriander, Borretsch, Salbei, Schnittlauch und Zitronenmelisse an. Auch die Kombination Erdbeeren & Minze hat sich bewährt. Wir haben in unseren Kästen gern auch die ein oder andere Ringelblume und stecken vereinzelt Knoblauchzehen – beide blühen wunderbar und halten Schädlinge fern …

Schneeglöckchen & Krokusse

Bienen-Fotos

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