Vereinspflicht für Imker?

Wer Bienen hält und Honig ernten will braucht einiges an Wissen. Dieses Wissen kann man sich auf vielerlei Weise aneignen. Vorbildliche Arbeit machen viele Imkervereine, in denen bspw. Probeimkern angeboten wird, die Schulungen organisieren und Imkerpaten stellen.

Auch für mich ist es nur logisch, bei meinen ersten Schritten in der Imkerei nach Unterstützung zu schauen. Ich habe Kontakt zum Imkerverein in Ludwigsfelde sowie zum Verein in Zossen aufgenommen und schon die ersten Leute kennen gelernt. Stundenlang konnte ich den Herren „Löcher in den Bauch“ fragen … und nun auch endlich mit der eigenen Imkerei starten.

Spannend ist für mich die Meldung in der Sächsischen Zeitung: Nach Faulbrutmeldungen dort wird die Schuld den so genannten „Spontan Imkern“ zugewiesen, die zu wenig wüssten, um Krankheiten zu vermeiden oder mit ihnen umzugehen. Die Konsequenz, alle Imker müssen in die Vereine … dann würde das nicht passieren.

Nach meiner – zugegeben noch jungen – Erfahrung, sind es aber nicht die Spontan- oder Jung-Imker, die für den Ausbruch von Faulbrut verantwortlich zu machen sind. Die Jungimker die ich bisher kennen gelernt habe, sind wissbegierig und saugen – ähnlich wie ich – so viel Wissen aus Literatur, Zeitschriften und Internet wie nur möglich. Jungimker arbeiten mit frischem Material und oft hohen ethischen Ansprüchen … bei allen habe ich bisher gehört, dass sie „naturgemäß“ oder „BIO“ imkern wollen.

Im Gegensatz dazu haben sich bei manchen Altimkern – auch in den Vereinen – Betriebsweisen eingeschlichen, die eben nicht auf neuester Literatur basieren, sondern nach dem Motto „So haben wir es schon immer gemacht“, aus alten Zeiten stammen, wo die Bedrohung durch Seuchen noch nicht so hoch war … und vielleicht Kontrollen auch weniger streng stattfanden, Völker ohne Gesundheitszeugnis verkauft wurden. Sie arbeiten mit Material, dass schwarz wie ein Schornstein ist und sind der Meinung, dass ein Abflammen der Beuten alle paar Jahre genügt … Reste aus dem Sonnenwachsschmelzer werden nicht vergraben sondern in den Garten gekippt, Altwaben zum „Ausschlecken“ hingelegt …

Nicht, dass ich falsch verstanden werden – es gibt viele vorbildliche Altimker, viele die sich Gedanken machen und auch mit 85 noch absolut auf dem aktuellen Wissensstand sind. Aber es gibt eben auch die, die nur zu den Vereinssitzungen kommen, um ein Bierchen oder zwei zu trinken und denen es egal ist, was besprochen wird … es ist also nicht so, dass eine Vereinsmitgliedschaft helfen würde … sondern nur regelmässige Prüfungen und Kontrollen und ggf. eine Art „Bienen-Führerschein“ der für die Bienenhaltung obligatorisch wird.

Nur regelmässige Kontrollen – bspw. obligatorische Futterkranzproben wenn man Bienen hält, nicht nur wenn man Ableger verkaufen will – oder Kontrollen der Bienenstände würden die Hygiene verbessern. Aber wer will die Hürden noch höher setzen? Wer will noch mehr Bürokratie? Ich nicht …

Was denkt ihr?

Bienen-Fotos

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