Was machen die Bienen im Winter?

Bach im Winter
Bach im Winter

Heute bin ich von einer jungen Frau gefragt worden, was meine Bienen eigentlich im Winter machen … ob Sie Winterschlaf halten oder sterben?

Im Gegensatz zu vielen anderen Wildbienen, die ihre Brutnester anlegen, dann oft sterben wenn es draußen zu kalt wird und ihren Nachwuchs nicht mehr erleben und auch im Gegensatz zu vielen Hummelarten, bei denen nur die Königin überwintert, überwintert das Bienenvolk fast vollständig.

Aber der Reihe nach: 

Im Frühjahr startet das Volk aus der Winterruhe und das Volk erwacht … die ersten Blüten von Weiden, Haselnüssen und anderen Frühblühern werden genutzt, um das Volk aufzubauen und für das Jahr stark zu machen … doch schon kurz nach der Sommersonnenwende im Juni, zu der das Bienenvolk seine größte Stärke erreicht, beginnen die Bienen sich auf den Winter vorzubereiten. Hierzu wird Nektar, der nicht unmittelbar für die Aufzucht der Brut benötigt wird, zu Honig umgewandelt und in Honigwaben eingelagert. Dieser Futtervorrat soll das Bienenvolk im Winter und zeitigen Frühjahr, wenn es draußen nichts zu sammeln gibt, ernähren. Deshalb ist es auch so wichtig, dass Imker nur Futterüberschüsse entnimmt bzw. Honig den er entnimmt durch entsprechendes Futter ersetzt. Den Sommer über wird dann gesammelt, „was das Zeug hält“.

Da im Spätherbst und Winter keine männlichen Bienen – die Drohnen – benötigt werden, beginnen die Arbeiterinnen im August die Drohnen von den Nahrungsvorräten fernzuhalten und aus dem Bienenstock zu werfen. Die s.g. Drohnenschlacht beginnt, welche die Tiere nicht überleben. Abgeschnitten vom Futter verhungern sie innerhalb weniger Tage. In den Spätherbst und Winter gehen also nur weibliche Bienen – die Arbeiterinnen und die Königin.

Ende August schlüpfen auch schon die ersten „Winterbienen“, die sehr viel länger leben als die „Sommerbienen“ – statt 4-6 Wochen wie die Sommerbiene, schaffen Winterbienen bis zu sechs Monate Lebenzeit. So versucht das Bienenvolk eine ausreichende Volksstärke mit jungen in August und September geschlüpften Bienen zu erreichen, das Brutnest wird aber schon im Herbst kleiner und kleiner und immer weniger junge Bienen schlüpfen noch. Wird es dann Ende Oktober kälter, stellt die König langsam ihre Legetätigkeit immer weiter ein. Spätestens nach den ersten Frösten ist dann keine Brut mehr im Volk. Je kälter es dann wird, desto mehr ziehen sich die Bienen zu einer Kugel zusammen. So können Sie mehrere Monate aushalten. Die Kugel wandert dann so langsam über die Futterwaben und versorgt sich so mit Nahrung, denn davon benötigen die Bienen einiges. Egal wie kalt es draußen ist- in der Wintertraube -wie die Kugel auch genannt wird – ist es 25-30°C warm … die Bienen wechseln permanent ihre Position, so dass mal die eine und dann wieder die andere Biene heizt. Dafür kann sie die Flugmuskulatur nutzen, ohne die Flügel zu bewegen.

So halten es die Bienen aus und schaffen es bis wieder warme Tage, mit Temperaturen über 10°C, gibt. Dann fliegen sie wieder aus … die Königin beginnt zu brüten und das Jahr beginnt von vorn. 😉 Es gäbe noch viel mehr über das Bienenjahr zu erzählen, davon mehr in anderen Artikeln. Habt ihr weitere Fragen? Immer her damit, schreibt einfach einen Kommentar und ich versuche eure Frage hier im Blog zu beantworten. 😉

Zusammenfassung: Wird es kalt, stellt die Königin die Legetätigkeit ein und die Bienen ziehen sich zu einer Wintertraube – also einer Kugel – zusammen. Die Bienen außen heizen mithilfe ihre Flugmuskulatur, so dass es in der Kugel schön warm ist. Dabei wechseln sie sich immer wieder ab. Erst wenn es wieder warm wird, beginnt sich die Traube zu lockern und ab 10°C fliegen die Bienen wieder aus …

 

 

Bienen-Fotos

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